Wir haben immer noch keinen Herd, sondern kochen auf einem Campingkocher oder, wenn wir einheizen, am Holzofen. Beide Kochstellen sind auf einen Topf beschränkt, deswegen versuchen wir, auch nur Ein-Topf-Gerichte zu kochen.

Unser Speiseplan hat sich erweitert, nachdem wir festgestellt haben, wie gut man Erdäpfel in Alufolie im Ofen garen kann. So ist es zum Beispiel möglich, auf dem Ofen Nudeln zu kochen und parallel dazu Erdäpfel schon für den nächsten Tag vorzukochen. Das spart sehr viel Zeit, wenn man am nächsten Tag Dill Erdäpfel (mit sauren Gurkerln und Rahm) macht, weil die Erdäpfel sind dann schon fertig gegart.
Ein bisschen stolz bin ich auf die Idee, auch „Folieneier“ zu machen: Eier in Alufolie wickeln und etwa vier Minuten ins Feuer legen. Perfekte kernweiche Eier!
Letztens ist aus Honigkuchen-Resten ein Tiramisu entstanden. Den Honigkuchen habe ich im März irgendwann gebacken, ein riesiges Blech (wir hatten uns für ein paar Tage ein Appartment genommen, damit wir am Boot streichen konnten, ohne jeden Abend alles aufräumen zu müssen). Wir haben nicht alles aufgegessen und ein ziemliches Stück war zwar nach mindestens sechs Wochen herumliegen ziemlich trocken, aber noch gut! Mit schwarzem Tee statt Kaffee und ein bisschen Maronimus zwischen den Mascarponeschichten ist ein geschmacklich vorzügliches Tiramisu entstanden, nur die Konsistenz war nicht so toll wie vom Original.

Schon zum zweiten Mal habe ich mich zum Kimchi-machen durchgerungen. Das ist immer ein bisschen ein Aufwand, so viel Gemüse reiben, die Waage suchen um das Salz richtig abzumessen, Gläser mit kochendem Wasser ausspülen und so weiter. Aber dann bin ich richtig froh, wenn es fertig ist und ich wochenlang Kimchi essen kann.

Ich bin ja eine begeisterte Sammlerin. Das liegt daran, vermute ich, dass ich in Wahrheit ein bisschen geizig bin und es immer toll finde, wenn ich Dinge zum Essen gratis sammeln kann. In Egernsund war die Auswahl wirklich groß: am Parkplatz der Werft ein Kirschbaum, der unglaublich viel getragen hat. Ich habe insgesamt sicher zehn Kilo Kirschen gepflückt.
Himbeeren, Brombeeren (genug für Marmelade!), Kriecherl und dann vor allem Äpfel ohne Ende im Herbst.



Jetzt im Frühling schaut es mit Obst nicht so gut aus, dafür sprießt jede Menge Grünzeug: Sauerklee, Goldnesseln, Knoblauchrauke, Ahornblätter, Brennnesseln, Brombeer- und Himbeerblätter waren letztens unser Salat (und ein bisschen Weißkraut als Füllmaterial), das war eigentlich schon zu intensiv, nächstes Mal halte ich mich ein bisschen zurück.

